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Dietmar



Anmeldedatum: 21.11.2008
Beiträge: 49
Wohnort: Dresden

BeitragVerfasst am: 18.09.2009, 22:03    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe relativ lehmigen Boden, so dass ich im Prinzip keinen Mineraldünger brauche. Herkömmlicher Mineraldünger ist bei mir sogar von Nachteil, weil meines Wissens nach Kalium ein Antagonist zu Magnesium ist.

Wegen Magnesiummangel bei den Reben muss ich aber doch etwas düngen:
- langfristig: Gartenkalk mit Magnesiumkarbonat
- kurzfristig: bei Anzeichen von Magnesiummangel Bittersalz gießen bzw. als Blattdünger

Mit Mulchen, Kompost u.ä. allein kann man m.E. nach Magnesiummangel nicht vermeiden bzw. dem entgegen wirken.

Bio hin oder Bio her - gegen Magnesiummmangel muss man etwas tun, sonst verkümmern die Reben oder gehen gar ein. Und wenn ich einmal bei der Blattdüngung bin, dann gebe ich auch gleich etwas Eisen und Spurenelemente zu.

Wie in meinem vorigen Beitrag erwähnt, "dünge" ich auch mit phosphoriger Säure in Form von Kaliumphosphit gegen Pero. Bei der Blattdüngung gibt es auch keine Probleme bei der Magnesiumaufnahme durch die Wurzeln.

Zur Unterstützung der krisengeschüttelten Milchbauern kommt noch 3 ... 4 % Milch dazu und fertig ist der Cocktail gegen Pero, Oidium und Magnesiummangel und man kann gegen alles auf einmal spritzen.

Im Übrigen hatten dieses Jahr sogar sehr robuste Sorten wie Muskat Bleu enorme Pilzprobleme.
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Martin Buser



Anmeldedatum: 15.11.2007
Beiträge: 63
Wohnort: CH-4254 Liesberg

BeitragVerfasst am: 06.12.2009, 18:25    Titel: Antwort an Galanth noch schuldig Antworten mit Zitat

Nein Cabernet Cantor habe ich nicht im Programm. Hingegen kenne ich alle Rebsorten, welche in den beiden Publikationen sind, welche sie mit Link aufgeschaltet haben.

Was die Bonität der verschiedenen Widerstandsbewertung anbelangt, teile ich nicht ganz deren Meinung, da ich eben feststellen musste, dass obwohl ohne Düngergabe, gewisse roten VB-Sorten, CAL-Sorten gar nicht so wahnsinnig resistent waren. So z.B. müssen alle Cabernet Jura (ca. 15 Abstammungen) alle gegen Oïdium mindestens 2 Mal gespritzt werden. Gewisse waren seit der Pflanzung auch nicht gegen Pero resistent, bischen resistenter als Regent.

Hingegen kann ich mich nicht über Wespenfrass und Botrytis bei Solaris oder Muskaris beschweren. Ich habe weder Wespenfrass noch Graufäule 2009 beobachtet und habe so gegen 1000 kg geerntet. Jedoch muss die Anbaumethode an solche potente Rebsorten angepasst werden:
Bei Solaris muss man unbedingt schon sehr früh die reifen Trauben 1 und 2 herauslesen, sobald diese 90° und mehr erreicht haben, muss 1 und 2 raus, damit ermöglichen sie, dass 3 und 4 sich rasch und ohne Krankheit sich weiter entwickeln. Auf diese Weise erreichen sie, ohne jegliche chemische Behandlung auf einen Ertrag von 1200 g / m2 zu kommen. 2009 haben wir gesamthaft diese Werte erreicht und bei 3 Lesungen jeweils die 100° Werte überschritten. Die letzte Traube (Nr. 4) haben wir mit 117° gelesen (200 kg).

Die Aussagen von VB zum Thema spezifische Züchtung lokaler Rebsorten ist reines Marketing, denn man kann ja gar nicht zum voraus wissen, welche Sorte sich wo auch eignet, im Gegenteil. Erst nach jahrzehntelanger Eignungsprüfungen können gewisse Prognosen gemacht werden. Die Geschichte mit der Rückkreuzung auf Solaris als einzige Resistenzgenspenderin ist ebenso falsch, denn Solaris hat ja nicht nur eine einzige Abwehrgenetik, sonst wäre sie ja nicht so allumfänglich resistent und dies schon seit Anfang der 70er Jahre. Nein die Kreuzungen sind eben sehr komplex und die Genetik der Reben ist sicher eine der vielfältigsten der Botanik, da diese ursprüngliche Pflanze eine Mehrzahl von Loci im Chromosom besitzt, welche mittels verschiedenen Strategien die selbe Wirkung phänotypisch zeigt. So sind die Aromatik auf mehr als 20 Loci verteilt, die Farbe auch, die Resistentz ebenso.
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Martin Buser, lic. phil. nat.
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rexent



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Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 10.01.2010, 11:30    Titel: Solaris verliert Resistenz Antworten mit Zitat

Seit 1982 habe ich noch zwei Solaris-Reben (damals vermutlich FR 240-75) im Garten stehen, wegen der schönen grünen Blätter. Seit 5 Jahren werden die Blätter braun, dieses Jahr war Totalausfall durch Oidium.

Die Trauben durften sich immer die Wespen holen, da für mich der Wein aus Solaris oder Merzling nicht genießbar war. Ich hatte in den 80-er Jahren einen Weinbau- und Ausbauversuch mit diesen Sorten. Der Freiburger Kellermeister sagte mir damals, der abstoßende Geschmack verstärke sich noch bei steigender Reife und längerer Lagerung.

Trotzdem wage ich jetzt nochmal einen Versuch mit Muscaris. Im Pflanzjahr 2009 keine Peronospora-Spuren, während der Cabernet blanc von Blattner starken Blattbefall hatte.
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Martin Buser



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BeitragVerfasst am: 11.01.2010, 09:11    Titel: Solaris-Wein Antworten mit Zitat

Sehr geehrter Herr Rexent

Ich finde es schon erstaunlich, dass Solaris als Weinrebe sich nicht eignen soll. Übrigens, der heutige Kellermeister vom Blankenhornsberg in Freiburg macht wunderschöne Tropfen daraus.

Dass es Ihnen nicht gelungen ist, Wein zu bereiten aus Solaris stammt eventuell daraus, dass es sich nicht um Solaris handelt, denn aus Solaris gibt es heute sicher über 1000 Winzer, die wunderschöne Tropfen keltern, dazu gehöre auch ich. Was auch ein Indiz ist, dass es sich nicht um Solaris handelt, ist, dass sie Oidium-Befall haben. Habe noch nie Oidium nur im entferntesten auf Solaris gesehen. Zudem heisst der heutige Solarisklon FR 360 und ob es sich bei Ihrem um den FR 240-75 handelt, muss ich leider anzweifeln.

Die Solarisweine sind fruchtig, aromatisch, leicht muskatig und eben haben einen tollen Körper, stellen etwas dar. Ich könnte mir ohne Solaris nicht den Weinbau an Grenzstandorten vorstellen. Man macht ganz einfach grosse Weissweine aus Solaris !

Was sie hingegen über Cabernet blanc schreiben, teile ich voll mit ihnen. Auch geschmacklich finde ich diese Cabernet-Kreuzungen im weissen Bereich nicht optimal.
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rexent



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BeitragVerfasst am: 24.07.2010, 13:22    Titel: Antworten mit Zitat

Solaris ist eine 1975 neu gezüchtete pilzwiderstandsfähige weiße Rebsorte. Die Solaris wurde am Staatlichen Weinbauinstitut Freiburg durch Norbert Becker aus den Sorten Merzling und Gm 6493 gekreuzt. Amtlich wird er mit dem Zuchtstamm FR 240-75 gekennzeichnet.
(aus wikipedia) Sad
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